2016 festakt titel„Entsolidarisierung und Hass sind keine Alternative für Deutschland.“

Diesen Satz gab Kreisvorsitzender Josef Hovenjürgen MdL den Gästen im Festspielhaus am gestrigen Montag mit auf den Weg. 180 Zuhörer hatten sich zur 26. Feier zum Tag der Deutschen Einheit auf dem „Grünen Hügel“ in Recklinghausen eingefunden.

Unter den Gästen waren die Bundestagsabgeordneten Rita Stockhofe und Sven Volmering, Lothar Hegemann MdL, der stellvertretende Landrat Hilmar Claus, Michael Breilmann, CDU-Bundestagskandidat im Wahlkreis 121, Bürgermeister aus den Kreisstädten und zahlreiche Mitglieder der Jungen Union. Die „New Westfalian Brass“ sorgten für den stimmungsvollen Rahmen.

2016 festakt 3Der Kreisvorsitzende rief in seiner Begrüßung dazu auf, Demokratie und Menschenwürde zu verteidigen. „Dass NRW ein Problem mit der inneren Sicherheit hat, ist unbestritten. Das ist aber nicht die Schuld von Flüchtlingen, sondern von Tätern. Was wir im Januar in Köln erlebt haben, darf nicht sein; es ist Aufgabe der Politiker, dies zu ändern.“ Hovenjürgen weiter: „Wir dürfen aber nicht in eine Verhaltensweise zurückfallen, bei der wir Minderheiten die Schuld zuweisen. Uns wurde 1945 geholfen. Diese Hilfe hat Deutschland zu einer starken Wirtschaftskraft gemacht. Unsere Aufgabe ist es nun, den Menschen zu helfen, die bei uns Schutz suchen, dass wir sie hier stärken, damit sie ihr Heimatland wieder aufbauen können.“

Auch das verbinde man mit dem Gedenken an die Wiedervereinigung. Um die Erinnerung hierzulande an diesen historischen Tag wach zu halten, lud der CDU-Kreisverband mit Prof. Dr. Jens Goebel (64) einen hochkarätigen Referenten ein, der die Veranstaltung mit seinen Einschätzungen und zahlreichen Erlebnissen belebte und bereicherte. Als Mitbegründer der CDU-nahen Deutschen Sozialen Union (DSU) und deren Landesgeschäftsführer trug er damals dazu bei, dass die Voraussetzungen für die ersten freien Wahlen geschaffen wurden. In der letzten DDR-Regierung unter Lothar de Maiziere stellte die DSU zwei Minister, fuhr dann aber bei den nächsten Bundestagswahlwahlen nur noch 0,3 Prozent ein. Ein Ergebnis, dass er sich für manche neue Partei in Deutschland wünschen würde, kommentierte der Referent süffisant. Als Kultusminister des Freistaates Thüringen in den Jahren 2004 bis 2008 erlebte der Mathematiker nicht nur aus nächster Entfernung das Zusammenwachsen der über Jahrzehnte getrennten Staaten mit. Vielmehr noch, er gestaltete diesen Prozess aktiv mit.Goebel belebte die Feierstunde mit kurzweiligen Anekdoten und Anspielungen auf so manches gängige Klischee vom (Ost-)Deutschen.

2016 festakt 2So habe er sich wenige Tage nach dem Mauerfall mit seinem Trabi auf den Weg nach Bayern gemacht, um Verwandte  zu besuchen. An der Grenze erhielt er „eine Landkarte und vier, fünf Bananen“. Von jedweden Problemlagen seien die Menschen damals weit entfernt gewesen. „Keiner wusste wie es weitergeht, alle waren einfach nur glücklich.“ Das sollte sich ändern …Goebel, der Karriere machte und sich selbst als „Wendegewinnler“ bezeichnet, verhehlte nicht die späteren Probleme: „Wem es gelang, sich auf die neuen Strukturen einzulassen, gewann; wem das nicht gelang, der ging in die Arbeitslosigkeit.“ Zeitweise habe sie bei 20 Prozent gelegen. „Die Gesellschaft in der ehemaligen DDR wurde kräftig durcheinander geschüttelt. Das haben Sie in Recklinghausen vielleicht nicht so mitbekommen.“ Trotz dieser sozialen Verwerfungen seien die Menschen im Osten dankbar für die geleistete Hilfe. Immerhin: Zwei Billionen Euro hat die Wiedervereinigung von BRD und DDR gekostet. „Das ist die größte Investition in der Geschichte und zeugt von der Leistungsfähigkeit der westdeutschen Gesellschaft. Doch sie hat sich gelohnt, denn die Transferleistungen bewirkten das zweite deutsche Wirtschaftswunder. So wuchs zusammen, was zusammen gehört.“ Prof. Goebel  spannte den Bogen bis zur aktuellen Lage weiter: „Unsere Zeit heute ist eine Zeit großer Herausforderungen. Über eine Millionen Flüchtlinge kamen zu uns; eine Welle der Hilfsbereitschaft ging ähnlich wie 1989/90 durch das Land. Es wurde gemacht und getan.“ Dass mit der Zuwanderung von Menschen aus fremden Kulturen ein Gefühl der Angst einhergehe, sei „nur natürlich“. Andererseits führte der bekennende Protestant mit einem ironischen Seitenhieb diese Angst ad absurdum: „Warum sollte die Islamisierung uns zu schaffen machen; die Christianisierung ist ja auch nicht gelungen.“

Grund zum allgemeinen Entspannt sein sieht der Referent aber nicht. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den europäischen Nachbarländern Europa (Griechenland 48 %, Spanien 43 %, EU 18,6%, GB 13,5 %; zum Vergleich Deutschland 7 %) sei ein wesentlicher Angstfaktor und in Großbritannien einer der Gründe für den Brexit gewesen. Darauf habe die Politik bislang noch keine Antwort gefunden. „Aber wenn wir die EU wollen, müssen wir darum kämpfen, die EU ist kein Selbstläufer.“Auch in der Asylfrage stünden in der EU Lösungen aus. Viele Staaten lehnten die Aufnahme von Flüchtlingen ab. „In Deutschland ist viel getan worden für die Betreuung der Flüchtlinge; jetzt beginnt der schwierigste Teil: Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit keine Parallelwelten entstehen.“ Ziel der Integration müsse sein, dass die Menschen unsere Regeln und Werte akzeptieren. „Wer das nicht kann, kann nicht dauerhaft bei uns bleiben.“

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Zum Abschluss erinnerte Goebel an die Bedeutung des C in CDU: „Es steht für ein christliches Menschenbild. Die CDU nimmt alle Menschen in den Blick – egal, ob er hier geboren oder zugewandert ist.“ Er dankte dem Kreisverband für seine Kontinuität der Einheitsfeiern - aus aktuellem Grund. In Thüringen soll die Feier zum Tag der deutschen Einheit nur noch in jedem fünften Jahr stattfinden.

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TERMINE

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19:30 Uhr
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19:30 Uhr
CDU-OV-Haltern am See - Holtwick -Mitgliederversammlung-
 
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